Frisbee NRW setzt sich an die Spitze

Nordrhein-Westfalen ist größter DFV-Landesverband

Münster. Ende Oktober 2015 erklomm der Frisbeesport-Landesverband Nordrhein-Westfalen die Spitze in der Mitgliederstatistik des Deutschen Frisbeesport-Verbandes (DFV) e.V. Gemessen an den Spielberechtigten des DFV überholte NRW den bislang führenden Landesverband Baden-Württemberg, der aber weiterhin ganz knapp hinter den Westdeutschen liegt.

Kurz vor dem ersten Landesverbandstag von Frisbee NRW am 5. Dezember bei GW Marathon Münster freut sich die Verbandsführung über eine Steigerung der Frisbeesportaktiven in NRW. In den ersten zehn Monaten des Jahres stieg die Zahl der Vereine auf 22 und die der Verbandsangehörigen mit DFV-Spielberechtigung auf 830. Der Zuwachs bei den Spielern, es wurden alle DFV-Aktiven der NRW-Vereine, die 14 Neumitglieder der Grashüpfer Olpkebach und die beim DFV gemeldeten Passiven gezählt, stieg von 746 im Januar auf 844 Ende Oktober, was einem Zuwachs von 13,14 Prozent entspricht.

Insgesamt spielen 621 NRWler Ultimate und 214 Discgolf. 54,43 Prozent  der Ultimate-Spieler gehören einem der neun Vereine aus dem Rheinland an. Im Discgolf ist das Verhältnis deutlich in Richtung Westfalen verschoben, wo 73,36 Prozent der Discgolfer einem der 13 Vereine im LV angehören.

Das Wachstum war zwischen den Disziplinen und Altersklassen sowie den Landesteilen  sehr unterschiedlich.

Die Ultimate-Sportleranzahl wuchs in 2015 um 7,07 Prozent. Die Discgolfer hingegen legten, natürlich von einer deutlich niedrigeren Basis, um 28,92 Prozent zu. Das Verhältnis Ultimate – Discgolf – Passive sieht aktuell wie folgt aus: 72,72 % – 25,06 % – 2,22 %.

Die Mitgliederverteilung nach DOSB-Altersklassen:

altersverteilung_frisbee-nrBeim Blick auf die Entwicklung in den beiden Landesteilen Rheinland und Westfalen zeigt sich, dass auch hier deutliche Unterschiede festzustellen sind. Ultimate ist im Rheinland um vier Prozent gewachsen und in Westfalen um 10,98 Prozent. Der Mitgliederstand zwischen beiden Landesteilen nähert sich also an. Der Unterschied im Discgolf ist gravierender und wurde in diesem Jahr sogar noch größer, denn Discgolf wuchs im Rheinland nur um 7,55 Prozent, also sogar geringer als Ultimate in Westfalen zulegte. In Westfalen legte Discgolf um 38,94 Prozent zu, obwohl zu Jahresbeginn mehr als doppelt so viele Westfalen Discgolf betrieben (113 Westfalen und 53 Rheinländer zu Jahrebeginn und 157 Westfalen sowie 57 Rheinländer am 30.10.15). Ein Zuwachs im östlichen Teil des Landes, der natürlich kaum in den nächsten Jahren nochmals erreicht werden kann.

Insbesondere bedingt durch den starken Zuwachs bei den Discgolfern in Westfalen hat sich das Gesamtverhältnis zwischen rheinischen und westfälischen Frisbeesportlern im Laufe des Jahres gedreht. Lebten am Anfang des Jahres etwas mehr als die Hälfte der NRW-Frisbeesportler im Rheinland (378 = 50,67 %) gehören Ende Oktober 51,52 Prozent (440) den westfälischen Mitgliedsvereinen an.

Besonders bemerkenswert ist zudem, dass die Mitgliederaltersverteilung bei Frisbee NRW zur Gesamtmitgliederverteilung des DOSB (Stand: 01.11.15) deutliche Unterschiede aufweist, wie die Grafik ganz oben zeigt. Im Junioren- und im Oldiebereich ist der Frisbeesport im Vergleich mit allen DOSB-Mitgliedern deutlich unterrepäsentiert. Dafür sind die Frisbeesportler besonders in der großen Mitte (19 bis 40 Jahre) deutlich stärker als die etablierten Sportarten.

Im Hinblick auf die Mitgliederentwicklung im Verband wird eindrucksvoll deutlich, dass der Frisbeesport das jugendliche Potenziel unserer Gesellschaft nicht abruft. Vergleichbares gilt im Bereich der über 40jährigen. Die Stärke in der breiten Gruppe der 19- bis 26-jährgen und insbesondere der 27- bis 40jährigen weist zudem auf die Besonderheiten des Frisbeesports und seiner Aktiven hin. Frisbee in dieser Altersklasse spricht offensichtlich viele an, die für etablierte Sportarten nicht so empfänglich sind. Die verbandspolitischen Handlungsweisen zur Mitgliederentwicklung werden angesichts dieser Zahlen sicherlich auf dem Landesverbandstag in zwei Wochen Thema werden.