Amerikaner werben für Guts

Franz Schröer überzeugt auf der Linie

Münster. Franz Schröer, Verantwortlicher für den Breitensport(mon)tag beim Frisbeefestival 2016 in Münster, nutzte die Discgolf- Junioren-Weltmeisterschaft in Kalamazoo, um sich mit der ältesten Frisbee-Mannschaftssportart vertraut zu machen. Die amerikanischen Guts-Spieler möchten die fast ausgestorbene Frisbeesportart, bei der die Spieler viel „Mumm“ (so die Übersetzung für „guts“) zeigen müssen, wieder stärker in der Scheibensport-Gemeinschaft verankern. Dazu verteilten sie in Kalamazoo Guts-Scheiben, was bei den Deutschen auf fruchtbaren Boden fiel.

Guts wird von zwei Teams mit jeweils fünf Spielern durchgefüht. Die offizielle Scheibe ist das Pro Modell Frisbee Disc. Es kann aber auch eine 100-Gramm-DDC-Scheibe verwendet werden. Sie muss nur einen glatten Rand haben.

Auch Marvin Hartmann, Sechster der U 19-Discgolf-WM, versuchte sich vor dem Turnier im Guts.

Auch Marvin Hartmann, Sechster der U 19-Discgolf-WM, versuchte sich vor dem Turnier im Guts.

Die Teams stehen auf parallelen Linien, die rund 15 Meter (ungefähr der Abstand aller Spieler, die mit ausgestreckten Armen auf ihrer Linie stehen) Breite abdecken, gegenüber. Aus 14 Meter Entfernung wird die Guts-Scheibe in Richtung gegnerische Linie geworfen. Die Teams werfen abwechselnd.

Die verteidigende Mannschaft versucht das Frisbee mit einer Hand zu fangen, bevor es den Boden berührt hat. Gelingt dies, wobei die Scheibe mit allen Körperteilen hoch gehalten werden darf, ehe sie fest in einer Hand eines Mitspielers ist, wird die Verteidigung zum Angriff. Ein Punkt gibt es für das Fangen nicht.

Die Gutsscheibe muss mit einer Hand gefangen werden. Sie darf den Boden vorher nicht berühren.

Die Gutsscheibe muss mit einer Hand gefangen werden. Sie darf den Boden vorher nicht berühren.

Das sportliche Ziel beim Guts ist, die Scheibe durch die Linie der Verteidigung zu werfen. Die werfende Mannschaft bekommt einen Punkt, wenn das andere Team die Scheibe nicht fangen konnte, obwohl sie korrekt (durch die Verteidigungslinie) geworfen wurde.

Die annehmende Mannschaft punktet, wenn die Disc nicht richtig geworfen wurde. Sie also über die Köpfe und ausgestreckten Arme der Verteidigung hinwegfliegt oder seitlich das Spielfeld verlässt. Auch darf sie den Boden vor der Verteidigung nicht berühren.

Die Breite der Verteidigungslinie beim Guts entspricht ungefähr der Spannweite aller fünf Spieler eines teams.

Die Breite der Verteidigungslinie beim Guts entspricht ungefähr der Spannweite aller fünf Spieler eines Teams.

Das Spiel ist beendet, wenn eine Mannschaft 21 Punkte erreicht hat. Beim Stand von 20:20 wird das Spiel fortgesetzt, bis eine der Mannschaften mit zwei Punkten führt.

Zu Beginn des Spiels darf die werfende Mannschaft einen Spieler aussuchen, der als Erster wirft. Anschließend muss immer der Spieler für das jeweilige Team werfen, der zuletzt die Scheibe berührt hat beziehungsweise der der durchfliegenden Scheibe am nächsten war.

Geworfen wird hinter der eigenen Linie. Für eine korrekt geworfene Scheibe, die die Linie des gegnerischen Teams innerhalb der Reichweite von mindestens einem Verteidiger überquert, gibt es einen Punkt. Wird eine Disc korrekt geworfen, muss ein Spieler der verteidigenden Mannschaft die Scheibe mit einer Hand fangen. Die zu fangende Disc darf nicht zeitgleich zwei Körperteile der Verteidiges berühren. Beim Errichen von elf Punkten, werden die Seiten getauscht.

Wie (fast) alle Frisbee-Disziplinen wird auch Guts ohne Schiedsrichter gespielt. Die Spieler sind selbst für die Beurteilung von strittigen Spielsituationen verantwortlich. In jüngster Zeit helfen allerdings Beobachter gelegentlich aus.